Onkologischer Pharmazeut - Inhaltskatalog

Grundlagen der Tumortherapie

1. Lernziele:
Der onkologisch-pharmazeutisch tätige Apotheker soll
  • die Prozesse der Tumorentstehung,
  • die Methoden der Tumorerkennung,
  • die Prinzipien der Tumortherapie,
  • die Mechanismen der Tumorresistenz unterscheiden können,
  • die gesundheitspolitische, ökonomische und soziale Bedeutung der Tumorerkrankungen darstellen können, aufgrund seiner Kenntnisse der Pharmakologie und der Eigenschaften der verfügbaren Arzneimittel therapeutische Empfehlungen geben können.

2. Lerninhalte:
  • Tumorcharakteristik (u.a. Klassifizierung, Nomenklatur)
  • Terminologie (Grading, Staging, Tumormarker, Karnofski Index, Therapieerfolg)
  • Ätiologie (Umwelt, Lebensweise, Ernährung, Arzneimittel, Vererbung, Viren)
  • Physiologie und Pathophysiologie von Tumoren befallener oder von Nebenwirkungen der Therapie betroffener Organe
  • Methoden der (Früh-)Erkennung
  • Behandlungsmethoden (Chirurgie, Bestrahlung, Chemotherapie, Immuntherapie u.a.)
  • Epidemiologie (Tumorhäufigkeit, Morbidität, Mortalität, Krebsregister)
  • therapierelevante Patientenparameter
  • Parameter der Behandlungsziele und Erfolgsdeterminanten (Wachstumskinetik, Lokalisation, Durchblutung und Resistenz des Tumors, Vorbehandlung mit Strahlen-oder Chemotherapie, Ernährungszustand und Alter des Patienten, Funktion von Leber und Nieren, pharmakodynamische und -kinetische Aspekte)
  • chemische, pharmakologische, toxikologische und pharmazeutisch-technologische Eigenschaften bekannter und in der Entwicklung befindlicher Tumortherapeutika (Chemotherapeutika, Hormone, Interferone, Interleukine, monoklonale Antikörper, CSF's)
  • Pharmakoökonomie

3. Stundenzahl:
20 Stunden Seminare

4. Referenten:
Onkologen/Hämatologen/Strahlentherapeuten/Apotheker

Handhabung von Tumortherapeutika

1. Lernziele:
Der onkologisch-pharmazeutisch tätige Apotheker soll
  • die Herstellung von Tumortherapeutika beherrschen und sicher für sich, den Patienten und die Umwelt organisieren können,
  • den Umgang mit Tumortherapeutika bei der Annahme, Lagerung, Verarbeitung, Weitergabe und Applikation beherrschen und sicher organisieren können,
  • die Handhabung der Tumortherapeutika und kontaminierten Materialien außerhalb der Apotheke sowie beim Patienten hinsichtlich des Gefährdungspotentials beurteilen und Vorschläge zum sicheren Umgang entwickeln können,
  • die Entsorgung nicht verwendeter Tumortherapeutika und kontaminierter Materialien sicher und ordnungsgemäß organisieren können,
  • entsprechende Handlungsanweisungen erarbeiten können.

2. Lerninhalte:
  • Vorschriften zum Umgang mit Zytostatika (GMP, Gefahrstoffverordnung, UVV, TRGS, Merkblätter)
  • Einrichtung von Zytostatikalaboren und Nebenräumen
  • Aufbau und Funktionsweise verschiedener Zytostatikawerkbänke
  • persönliche Schutzausrüstung, Arbeitsschutz
  • GMP-gerechte Herstellung und Dokumentation
  • Technik des aseptischen Arbeitens
  • Hilfsmittel der Herstellung (Druckausgleichsysteme, Adaptersysteme etc)
  • masse- und volumenorientierte Herstellung
  • Kompatibilität und Stabilität (Arzneistoff und Lösungsmittel, Behältnisse, Applikationszubehör, Lichtschutz)
  • Qualitätssicherung
  • Sterilitätsprüfungen
  • Validierung, Standardarbeitsanweisungen
  • Prüfungen auf Kontamination
  • Umgebungsmonitoring
  • Verhalten bei Personen- und Raumkontamination
  • Vorsorgeuntersuchungen (G40, biologisches und Belastungsmonitoring)
  • Hilfsmittel der Applikation (Injektions- und Infusionshilfen)
  • Transport- und Entsorgungssysteme

3. Stundenzahl:
20 Stunden Seminare

4. Referenten:
Krankenhausapotheker/krankenhausversorgende Apotheker

Pharmazeutisch-onkologische Praxis

1. Lernziele:
Der pharmazeutisch-onkologisch tätige Apotheker soll
  • die Verordnung von Tumortherapeutika des Arztes auf Plausibilität, Angemessenheit und Korrektheit der Berechnung überprüfen können,
  • den Arzt bei der Auswahl und Dosierung von Tumortherapeutika und Begleitmedikation, Applikationsschema, form, -route, -zeitpunkt und -zeitdauer beraten können,
  • Arzt, Pflegende und Patienten hinsichtlich Anwendung, Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen der Tumortherapeutika und Begleitmedikationen beraten können,
  • chemotherapie-assoziierte toxische Wirkungen und tumorbedingte Begleiterscheinungen unterscheiden können,
  • Informationen und Materialien zur Beseitigung von unvorhergesehenen Ereignissen bereitstellen,
  • fachübergreifende Zusammenhänge im medizinischen, pharmazeutischen, ökonomischen (betriebs-und volkswirtschaftlichen) Bereich aufzeigen können.

2. Lerninhalte:
  • Therapieschemata
  • individuelle Pharmakotherapie des Patienten
  • Erstellen von Patientenprofilen nach SOAP
  • Auswertung und Beurteilung von Laborwerten und Klinischen Parametern
  • Dosisfindung und -individualisierung (Körperoberfläche, Ziel-AUC)
  • Beurteilung der Zytostatikaverschreibung unter Berücksichtigung der klinischen Situation des Patienten
  • Drug-Monitoring, Patientenmonitoring unter Zytostatikatherapie
  • Besonderheiten in der Pädiatrie
  • Applikationsmöglichkeiten für Zytostatika (Katheter, Ports, Pumpen.... )
  • Behandlung von Paravasaten
  • Supportivmaßnahmen (Übelkeit und Erbrechen, lnfektionserkrankungen bei immunsupprimierten Patienten, akute und chronische Schmerzen, Mukositis, Ernährungstherapie, Extravasate, Maligne Hypercalcämie, Tumorkompressionssyndrom, Syndrom der inadäquaten ADH Sekretion)
  • spezielle Pharmazeutische Betreuung für Patienten mit Krebserkrankungen
  • Erfolg der Pharmakotherapie, Erkennung des Ansprechen des Tumors auf die Therapie
  • Tumorbedingte Symptomen (z.B. Schmerz, Ernährungsdefizit) und zugehörige Behandlungsstrategien
  • Arzneimittel-Interaktionen
  • Vorschläge zur sicheren Arzneimittelanwendung
  • Alternative Heilverfahren
  • ökonomische Aspekte der Krankheit sowie diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen

3. Stundenzahl:
40 Stunden Seminare

4. Referenten:
Onkologen/onkologisch-tätige Krankenhausapotheker/krankenhausversorgende Apotheker

Information

1. Lernziele:
Der onkologisch-pharmazeutisch tätige Apotheker soll
  • Informationen auf dem Gebiet der Onkologie sammeln, bewerten, erstellen und gegenüber den Angehörigen der Heilberufe, den Patienten und sonstigen Interessengruppen vermitteln können,
  • Aus- und Fortbildungsveranstaltungen zu onkologischen Themen in geeigneter Weise für Mitarbeiter, Angehörige der Gesundheitsberufe sowie für Patienten zu organisieren, inhaltlich vorbereiten und praktisch durchführen können.

2. Lerninhalte:
  • Onkologisch relevante Primär-, Sekundär und Tertiärliteratur
  • Print- und Non-Print-Medien (Zeitschriften, Fachbücher, Datenbanken, Onkologie im Internet, spezielle Netze, Diskussionformen etc.)
  • Bewertung von Informationen
  • Interpretation und kritische Analyse der Fachliteratur und Klinischen Studien
  • Onkologische Institutionen/Fachgesellschaften/Verbände/Selbsthilfegruppen
  • Weitergabe von Information an Patienten, Pflegende und Ärzte
  • Schulung von Patienten, Pflegenden und Ärzten bezüglich der Arzneimittelapplikation und der sicheren Handhabung der Zytostatika
  • Erarbeiten von Handlungsanweisungen
  • Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung einer Veranstaltung zu einem pharmazeutisch-onkologischen Thema
  • psychosoziale Aspekte bei der Beratung des Tumorpatienten

3. Stundenzahl:
10 Stunden Seminar

4. Referenten:
Fachapotheker für Arzneimittelinformation/Krankenhausapotheker

Onkologisch-klinische Studien

1. Lernziele:
Der onkologisch-pharmazeutisch tätige Apotheker soll
  • zum Management Klinischer Studien beitragen können,
  • an der Planung und Durchführung onkologisch-pharmazeutischer Untersuchungen mitwirken können.

2. Lerninhalte:
  • Besonderheiten onkologischer Therapiestudien
  • Zielsetzung, Aufbau und Durchführung Klinischer Studien
  • Planung und Durchführung onkologisch-pharmazeutischer Untersuchungen
  • Management klinisch-onkologischer Studien
  • Umgang mit Prüfsubstanzen inklusive Dokumentation
  • Verblindung, Codeverwaltung
  • Umsetzung von Studienprotokollen
  • Beurteilung des Therapieerfolges (Lebensqualität, Tumoransprechen, Toxizitätsskalen, ethische Aspekte klinisch-onkologischer Studien)

3. Stundenzahl:
10 Stunden Seminar

4. Referenten:
Onkologen/ Apotheker mit Erfahrungen in der Durchführung onkologisch-pharmazeutischer Studien